Ausbildungsmarkt im Handwerk - Klimaberufe stark gefragt

Ausbildungsmarkt im Handwerk – Klimaberufe stark gefragt

Ausbildungsmarkt im Handwerk hat Corona-Delle überwunden – Zahlen nähern sich wieder den Neuaufnahmen des Jahres 2019 an – Klimaberufe stark gefragt

Nach der Corona-Delle hat sich der Ausbildungsmarkt im Bezirk der Handwerkskammer Düsseldorf wieder deutlich erholt. Die Zahl der Neuabschlüsse zum Ausbildungsjahr 2022/23 wird annähernd wieder das Niveau des letzten Vor-Corona-Jahres 2019 erreicht haben, wenn am 31. Dezember Schlussbilanz gezogen werden wird. Vor drei Jahren nahmen kammerweit 7625 Jugendliche eine Lehre in einem der rund einhundert Ausbildungsberufe des Wirtschaftssektors auf.

„Die Ausbildungsbereitschaft der Handwerksbetriebe ist ungebrochen hoch“, informierte der für Bildung zuständige Geschäftsführer der Handwerkskammer, Dr. Christian Henke am Montag aus Anlass der Veröffentlichung der Stichtagsbilanzen der Wirtschaft mit den regionalen Agenturen für Arbeit. Danach konnten zum 30.9. 6572 neu zustande gekommene Ausbildungsverhältnisse registriert werden, 7,4 % mehr als ein Jahr zuvor. Zum Monatsende Oktober hat sich die Zahl der Ausbildungsanfänger auf 6995 weiter erhöht (Bruttozahlen ohne vorzeitige Vertragslösungen). „Bei einer stärkeren Nachfrage von Seiten der Schulabgängerinnen und -abgänger mit entsprechender Eignung hätten sogar noch weit mehr Lehrstellen besetzt werden können,“ ordnete Henke die Datenlage ein.

Aktueller Boom-Beruf ist der Energieversorgungsberuf zum/zur Anlagenmechaniker/in Sanitär-Heizung-Klimatechnik, mit 946 Neuabschlüssen am Stichtag (+ 13,6 %). Aber auch das Maler- und Lackiererhandwerk, Dachdecker und die Elektro- und Informationstechnische Branche verzeichneten nennenswerte Zuwächse. Henke: „Im gesamten Ausbildungsspektrum des Bau- und Ausbaugewerbes sind die Neueinstellungen überdurchschnittlich stark angewachsen. Das zeigt: Die Handwerksbetriebe stellen sich den Herausforderungen der Klimawende und bilden die so dringend notwendigen Fachkräfte aus, um morgen Photovoltaik-Anlagen auf die Dächer zu bringen oder moderne Wärmepumpen installieren zu können.“ Aber auch zuletzt darbende Ausbildungsberufe aus anderen Branchenbereichen: im Lebensmittelhandwerk oder die Friseure, melden erstmals wieder vermehrten Berufsnachwuchs.

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Allerdings werde eine „noch weit größere Zahl an Fachkräften“ nötig sein, um die ehrgeizigen deutschen Klimaziele zu verwirklichen. „Mein Appell deshalb an alle jungen Menschen, die etwas für das Klima tun wollen. Demonstrieren ist gut, sich selbst durch seine Berufswahl aktiv an der Umsetzung der Klimawende zu beteiligen, ist noch besser.“ Insgesamt 30 Ausbildungsberufe des Handwerks sind in der Energiewende rund ums Gebäude und die Mobilität beteiligt. Die Kammer weist darauf hin, dass vereinzelt auch jetzt noch Ausbildungsinteressierte in eine Lehre ins bereits begonnene Ausbildungsjahr aufgenommen werden können.

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